Außerdem besprechen wir, warum kam jesus auf die welt beantworten wir im heutigen Beitrag. Wenn Ihr noch mehr Anregungen oder Bemerkungen habt, hinterlasst uns bitte einen Kommentar.

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die erste und geschah zu der Zeit, als Cyrenius Landpfleger in Syrien war.“ – Der Evangelist Lukas bot recht profunde Zeugen auf, um das Datum der Geburt Jesu festzumachen. Denn Josef und seine schwangere Frau Maria sollen durch jene Schätzung gezwungen worden sein, ihr Haus in Nazareth zu verlassen, um sich in Bethlehem, der Heimat seiner Sippe, registrieren zu lassen. So kam Jesus dort zur Welt.

Augustus (63 v. – 14 n. Chr.) war seit dem Jahr 30 vor Christus unumschränkter Herr eines Imperiums. Publius Sulpicius Quirinius (Cyrenius; um 45 v. – 21 n. Chr.) hatte als sein enger Gefolgsmann eine steile Karriere durchlaufen, war ein Kriegsheld, Prinzenerzieher und Statthalter der wichtigsten Provinz im Osten, Syrien. In dieser Funktion schickte Quirinius im Jahre 6. n. Chr. den Archelaos, den von Rom abhängigen „Volksfürsten“ von Judäa, Samaria und Idumäa, wegen inkompetenter Führung ins Exil und verwaltete im Auftrag des Kaisers dessen Länder als römische Provinz Judäa. Gleich zu Beginn – Rom war schließlich ein ordentlicher Staat – sollte er die neuen Untertanen zählen, um sie in die Steuerlisten eintragen zu können.

Dass ein solcher Zensus im Jahre 6 oder 7 stattfand, bezeugt der jüdische Historiker Flavius Josephus wenig später in seinem großen Werk „Jüdische Altertümer“. Demnach wäre die Frage nach dem Geburtsjahr Jesu eigentlich hochoffiziell geklärt, böte das Neue Testament nicht einige Widersprüche. Diese haben dafür gesorgt, dass sich an dem Thema ganze Generationen von Theologen und Altertumsforschern abgearbeitet haben und dies immer noch tun.

So kam der Publizist Michael Hesemann durch eine Kombination von biblischen Nachrichten und Prophezeiungen sowie römischen und jüdischen Überlieferungen und Kalenderberechnungen unlängst zu dem Schluss, dass Jesus ganz genau am 9. März des Jahres 5 v. Chr. geboren wurde. Das „Älteste Evangelium“, das der Dresdner Theologe Matthias Klinghardt jüngst rekonstruierte, gibt darauf allerdings keinerlei Hinweis. Klinghardt zufolge war dieses Evangelium, das der als Häretiker angefeindete christliche Theologe Marcion Mitte des 2. Jahrhunderts benutzt habe, das Vorbild der vier kanonischen Evangelien. Bei Marcion allerdings findet sich kein Wort über Jesu Geburt geschweige denn ein Hinweis auf Jahr und Ort.

Auch das Markus-Evangelium, das bislang als älteste Überlieferung von Jesu Leben gilt, weiß nichts über den Zensus und die Geburt in Bethlehem. Um alle Klarheiten zu beseitigen, liefert uns der Evangelist Matthäus in seiner Biografie Jesu einen Hinweis, aus dem sich ein ganz anderes Datum ableiten ließe. Nachdem er von den Weisen aus dem Morgenland gehört hatte, dass in Bethlehem der neue König der Juden geboren worden sei, soll nach Matthäus der jüdische König Herodes befohlen haben, alle „Knäblein zu Bethlehem und in der ganzen Gegend“ zu töten. Herodes starb aber bereits 4 v. Chr. Demnach klaffen zwischen den beiden gesicherten Geburtstagen Jesu rund zehn Jahre.

Um das Problem zu lösen, ist eine eigene theologische Disziplin entstanden, die historische Jesusforschung. Sie widmet sich einer Aufgabe, die die frühen Christen vernachlässigten. Weil es sie weder interessierte, wie der Mensch Jesus gelebt hat, noch wann er geboren wurde. Erst als ihnen dämmerte, dass mit der Rückkehr ihres Herrn nicht in unmittelbarer Zukunft zu rechnen sei, begannen sie, sich ein Bild von seinem Leben zu machen. Das war nach herkömmlicher Annahme frühestens in den 70er-Jahren des ersten Jahrhunderts der Fall. Von da an fügte jede Generation weitere Geschichten diesem Bild hinzu.

Dennoch konnten Jesusforscher aus den wenigen sich widersprechenden Puzzle-Teilchen eine einigermaßen stimmige Geschichte zusammensetzen. Der Schlüssel dazu ist eine Überlieferung, in der Matthäus und Lukas übereinstimmen. Beide berichten, dass Jesus in Nazareth am See Genezareth aufwuchs, bevor er sich als Wanderprediger einen Namen machte. Warum aber verlegen beide seine Geburt nach Bethlehem?

Weil der alttestamentarische König David dort geboren wurde, wie es im ersten Buch Samuel heißt, und der Messias einmal sein Nachkomme sein werde, wie der Prophet Micha geweissagt hat. Also taten die beiden Evangelisten das ihre, Jesu Mission mit dem richtigen Geburtsort zu belegen, auf den bereits das Alte Testament verwies.

Das Alter von Johannes dem Täufer

Theologische Beweiskraft war ihnen wichtiger als die historische Wahrheit. Dazu gehörte auch die verquere Darstellung eines Zensus. Denn die Römer waren natürlich nicht derart weltfremd, ihre neuen Untertanen dazu zu zwingen, sich dazu in die Heimat ihrer Vorfahren zu begeben.

Dass Lukas keine Probleme mit weit auseinander liegenden Daten hatte, zeigt eine weitere Angabe in seinem Evangelium. Danach war Jesus, „als er anfing (zu predigen), ungefähr 30 Jahre alt“. Zuvor empfing er die Taufe durch Johannes. Der aber begann sein Wirken „im 15. Jahre der Herrschaft des Kaisers Tiberius“. Tiberius war 14 n. Chr. Augustus nachgefolgt, von dem er bereits im Jahre 12 zum Mitregenten erhoben worden war. Das würde zu einer Geburt Jesu in der Endzeit des Königs Herodes passen, kurz vor dem Jahr 4 v. Chr.

Den Widerspruch zu Lukas’ Geburtsgeschichte erklärt einmal mehr die Theologie. Lukas ging es darum, das Leben Jesu mit den großen Zeitläuften zu verbinden. Aus dem Werk Flavius Josephus’ wusste er, welche Bedeutung der Zensus des Quirinius für die Bewohner Judäas gehabt hatte. Mit ihm wurden sie Untertanen Roms und damit dem kaiserlichen Fiskus unterworfen. In diesen Akt der Unterwerfung unter die Macht des Kaisers lässt Lukas den künftigen Herrn der Welt das Licht der Welt erblicken – als theologisches Sinnbild und authentisches Zeugnis zugleich.

Wiederholt haben Forscher eine dritte Lösung vorgeschlagen. Danach soll Quirinius um das Jahr 5 v. Chr. mit einem Sonderauftrag im Osten unterwegs gewesen sein, um einen Zensus durchzuführen. Dagegen aber spricht die Rolle, die Herodes in der Hierarchie Roms spielte. Zwar war er nur ein Klientelkönig, ein abhängiger Herrscher also, der aber im Inneren durchaus autonom regierte. Kaum denkbar, dass Augustus in Bethlehem, das ja in Herodes’ Reich lag, eine Volkszählung zum Zweck der Steuerschätzung veranstaltet hätte.

Belege aus dem Alten Testament

Dass Lukas’ Kollege Matthäus den Herodes als mörderischen Kronzeugen für seine Geburtsgeschichte aufruft, hat ebenfalls theologische Gründe. Diesem Evangelisten ging es vor allem darum, einem jüdischen Publikum plausibel zu machen, dass Jesus Gottes Sohn sei. Dazu sammelte er Belege aus dem Alten Testament.

Den Hinweis auf den Kindermord des Herodes fand er beim Propheten Jeremia. Damit gewann Matthäus zugleich ein Motiv für die Flucht der heiligen Familie, die sich vor Herodes in Ägypten in Sicherheit zu bringen suchte. Damit aber wollte der Evangelist auch die Erfüllung des Propheten Hosea präsentieren: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“

Auch die Charakterisierung des Herodes als Kindermörder war für Juden glaubhaft. Schließlich hatte der verhasste König, der vielen nicht einmal als echter Jude galt, am Ende seiner Herrschaft seine Frau und mehrere Kinder aus Kalkül oder Wut töten lassen. Dass dieser Gewaltherrscher auch Jesus nach dem Leben trachtete, weckte zudem Erinnerungen an Mose, der bekanntlich vom Pharao verfolgt worden war.

Und dann war da noch die Geschichte mit dem Stern und den Heiligen Drei Königen. Selbst seriöse Wissenschaftler haben nicht vor abenteuerlichen Berechnungen zurückgeschreckt, aus astronomischen Konstellationen Rückschlüsse auf Jesu Geburtstag zu ziehen. Wieder weist die Theologie den Weg. Im 4. Buch Mose wird von dem heidnischen Seher Bileam berichtet, der angesichts der ziehenden Israeliten bekennt: „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter auf Israel aufkommen.“

Im griechischen Urtext wird der Stern ausgerechnet von „Magiern“ erkannt – eine weitere Mahnung, die Matthäus an sein jüdisches Publikum richtet. Magier wurden nicht nur die Astronomen Mesopotamiens genannt, sondern auch die Feuerpriester Irans. Auf jeden Fall waren es weise Männer aus dem Parther-Reich, dem großen Gegenspieler Roms. Wenn selbst diese die hohe Sendung Jesu erkannt hatten, so die Botschaft des Evangelisten, sollten sich auch seine Leser ihrer Autorität beugen.

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Dieser Artikel wurde erstmals im Dezember 2015 veröffentlicht.

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